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  • AutorenbildSamarraLeFay

Alles nur geträumt - Teil 2

„Henry, Bitte!“ Rosa legte ihm die Hand auf das Bein. Sie hatten seit dieser Nacht nicht mehr darüber gesprochen. Insgeheim hatte sie gehofft, er hätte die ganze Situation vergessen. Jetzt bei Tageslicht wusste sie nicht, was sie davon halten sollte. Die Erinnerung daran war so unglaublich real, dass sie sich nicht vorstellen konnte, dass sie sich alles nur eingebildet hatte. Sie hatte Henry nicht gesagt, dass sie am nächsten Morgen Fußspuren im Garten gefunden hatte.

„Jaja, ist ja schon gut, ich lass es! Jeder von uns hatte schon mal einen Alptraum“, beschwichtige Henry sie.

„Und es war kein Alptraum!“, platzte es aus Rosa heraus.

Ginger runzelte die Stirn „Sondern?“

Rosa rieb sich verlegen den Arm. „Ach nichts!“

„Komm schon ...“, drängte Ginger sie.

„Schatz, lass doch gut sein. Du siehst doch, es ist ihr unangenehm.“

Rosa lächelte Paul an. „Probiert die Pizzahäppchen. Ich habe selbst selbst gemacht.“ Sie deutete einladend auf das Tablett. Neben Pizzahäppchen gab es Würstchen im Schlafrock, Hummus, Antipasti und kleine Spieße mit Gemüsestücken.

„Ach, die duften so köstlich.“ Henry nahm sich gleich vier von den Pizzateilchen, was ihm einen warnenden Blick seiner Frau einbrachte.

„Köstlich!“, schwärmte Ginger mit vollem Mund, in der Hand immer noch eine Hälfte eines Würstchen haltend. „Du hast dich wieder mal selbst übertroffen. Ich hoffe, ihr erwartet nicht das Gleiche von mir. Bei uns wird es wie immer nur Chips geben.“

Henry beugte sich vor und raunte: „Da sind wir alle sehr dankbar. Wir wollen gerne noch eine Weile weiter leben! Außer Paul erbarmt sich und backt seine berühmte Gemüsequiche.“

Alle lachten.

Henry griff zum Stapel Karten und fing an zu mischen. „Frauen gegen Männer wie immer?“

„Auf jeden!“, antwortete Ginger angriffslustig. „Heute machen wir euch so klein mit Hut.“ Sie hob Daumen und Zeigefinger und presste diese aneinander.


*

„Grunz!“

Henry schlug alarmiert die Augen auf. Verwirrt schaute er zu seiner schnarchenden Frau. Der Abend war lang gewesen und sie hatten zu viert drei Flaschen Wein getrunken. Kein Wunder, dass sie schnarchte.

Vor dem Fenster hörte er ein Kratzen.

Verschlafen rieb er sich die Augen. Er konnte deutlich den hellen Mond sehen. Aber der Vorgarten war dunkel. Nichts! Wohl nur ein Alptraum oder die Katze der Nachbarn.

Er schwang seine Beine aus dem Bett und schlurfte zum Klo.

Auf dem Rückweg zum Bett hörte Henry schwere Schritte und das Brechen von Zweigen. Das kam von draußen.

Unsicher schlich Henry zum Schlafzimmerfenster und schaute in den Vorgarten. Im Vorgarten stapfte ein massives Ungeheuer mit einer kleinen Laterne von Baum zu Baum. Es hatte die Hauer eines Wildschweins, kleine spitze Ohren und eine breite Schweinsnase.

Der letzte Gin nach dem Wein war wohl doch zu viel gewesen. Jetzt habe ich schon die gleichen Alpträume wie Rosa

Henry eilte zum Bett und verkroch sich unter der Decke.




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